Stahl, Beton, Stein – schnell. günstig, tragfähig – dass sind die verwendeten Materialien für die Raumproduktion. In der Serie „206-1“ wird dieses Material offen gelegt. Zu sehen sind kahle Wände und Behelfskonstruktionen. Der Zustand im Rohbau hält nicht lange an. Das Ziel oder der Nutzen der Räume bleibt im ersten Augenblick ungewiss. Erst der Mensch füllt diese Räume, bis dahin bleiben sie Hohlräume.

Nach Benjamin Bratton (amerikanischer Soziologe, Architektur- und Designtheoretiker) ist die Architektur nicht nur eine Repräsentation von Werten und Machtregimen, genau genommen sind sie darin verflochten. Baustellen dienen als Orte der Erzeugung von physischen und auch ideologischen Strukturen. Das Gebaute wird als erforderliche räumliche und materielle Zukunft und Pfeiler unseres Daseins angesehen. Nichtsdestotrotz, das Geflecht entsteht aus einer Konstruktion aus vorhandenen sozialen Hierarchien und Wirtschaftssystemen. Es wird als bereits existierendes System wiederholt und reproduziert. Muster werden erzeugt, um sozialen und wirtschaftlichen Status bestätigen zu können.

In diesem Sinne versuche ich mit meiner Arbeit nachzugehen, wie viel Fiktion in unserer Raumwahrnehmung steckt. Wie viel Ideologie steckt hinter der Raumnutzung? Gibt es eine Individualisierung in unserer Raumaneignung? Sind es wirklich nur Hohlräume?

The work is the death mask of its conception. (Walter Benjamin)

Installation

2018 – now