Artist Statement

Unsere Umwelt ist geprägt von der Ortlosigkeit, der starken Mobilität der Gesellschaft, verursacht durch die Globalisierung und dem damit verbundenen Verlust der Nah- und Fern-Erfahrung. Die realen Ortsanbindungen erleben eine ständige Lockerung. Es entstehen fiktionale hybride Orte. Reale Raumerfahrungen und Phantasmagorien überlagern und kreuzen sich.

In meinen Fotografien hinterfrage ich diesen Grundgedanken an unbeweglichen Objekten, an Interieurs. Es sind die heterotopischen Strukturen von zurückliegenden Anforderungen, die zwischen den aktuellen Funktionsweisen und Organisationen stehen, die mein Interesse wecken. Aber auch Orte die noch keine feste Zuschreibung haben, die sich im Wandel befinden, nur wenige Momente bestehen und verschwinden. Die Frage nach dem Raum treibt mich an. Was macht der Raum mit uns? Gibt es einen „ursprünglichen“ Raum, der frei von Imagination ist?

Die Zeit ist ein immer wieder kehrendes Thema in meinen Arbeiten, so wie die Frage: „Was passiert, wenn sich Realität und Fiktion vermischen und wir beginnen, die Fiktion als Realität zu akzeptieren?“ Um die Durchlässigkeit der Realitäten und die Bedeutung von Fiktion und Realismus zu relativieren und zu reflektieren, greife ich zu Found-Footage Material. Denn die Kombination von Fotografien im dokumentarischen Stil mit anderen Medien beeinflusst die Lesbarkeit des Gezeigten.

Meine Interieurs sind nicht inszeniert, alle Orte die ich aufsuche sind bewohnt oder in Betrieb. Ein enger Blick, immer im Hochformat, versperrt sich dem ganzen Raum und arbeitet gegen unsere normalen Sehgewohnheiten. Die Konstruktion steht im Vordergrund.
Mein Werdegang fing im Design an. Prof. Wilhelm Schürmann (Fotograf und Sammler) führte mich in die künstlerische Fotografie ein. Meine Zeit als Studentin, schloß ich an der Folkwang Universität der Künste in Essen mit einem Master in Photography Studies and Practice ab.